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Stammzellenspende: Ein Erfahrungsbericht

26.02.19 13:01

Die viadee unterstützt seit vielen Jahren den Kampf gegen Leukämie. Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich typisieren und in der DKMS-Datenbank als potenzielle Spender registrieren lassen. Bei unserem Kollegen Sven Woltering klingelte dann tatsächlich das Telefon. Ein Erfahrungsbericht:

Der Anruf

Am 02.08.2018 bekam ich einen Anruf von der Knochenmarkspenderzentrale aus Düsseldorf. Es ging um eine akut benötigte Spende für einen Patienten, für den ich schon vor ca. 3 Jahren spenden sollte. Einziger Haken an der Sache: Es musste alles sehr schnell gehen. Schon eine Woche später sollte ich zum Check-up und am 27.08.2018 zur Knochenmarkspende nach Düsseldorf kommen. Da die Spende in den Zeitraum meiner Elternzeit fiel, galt es nur noch die Abwesenheit zum Check-up mit der viadee und dem Kunden abzustimmen. Beide haben sich sehr kooperativ gezeigt, sodass ich den Tag ohne Probleme freinehmen konnte. Mein Diszi, Mirko, hat sogar von sich aus angeboten, intern noch mal anzusprechen, wie die viadee Spender unterstützen kann.

Der Check-up knapp 2 Wochen vor der Spende:

Das Prozedere vom Check-up kann man kurz und knapp so zusammenfassen: großes Blutbild, Sonographie der Organe, Ruhe-EKG und Lungenfunktionstest und ein sehr intensives Arztgespräch (gefühlt länger als die eigentliche Untersuchung). Im Arztgespräch wurden alle Befunde besprochen und ausführlich über die beiden möglichen Spendenformen (Entnahme des Knochenmarks aus dem Beckenknochen oder Stammzellenspende über das Blut per Dialyseverfahren) mit allen Vor- und Nachteilen gesprochen. Ich habe mich für die Stammzellenspende per Dialyseverfahren, auch Apherese genannt, entschieden. Dabei werden die Stammzellen in einem geschlossenen Kreislauf aus dem Blut gefiltert und extrahiert. Damit die Stammzellen in ausreichender Form im Blutkreislauf vorhanden sind, muss der Spender fünf Tage vor dem Spendentermin mit der Einnahme eines speziellen Präparats beginnen. Dieses wird morgens und abends in die Bauchdecke gespritzt und sorgt für die Anreicherung des Blutes mit Stammzellen. Da zeitlich alles so eng getaktet war, konnte ich das Präparat und ausreichend Spritzen sowie Ibuprofen gegen die Nebenwirkungen der Spritzen direkt nach dem Arztgespräch mitnehmen. Es gab sogar noch eine kleine „Einführung“, wie das Präparat zubereitet und die Spritze gesetzt wird (direkt am lebenden Objekt ausprobiert).


Die Spritzen – es wird ernst:

Ab dem 5. Tag vor der Spende musste ich mir täglich die Spritzen zum Aufbau der weißen Blutkörperchen setzen. Das ist beim ersten Mal schon eine Überwindung gewesen, aber spätestens mit der zweiten macht es dann sogar „Spaß“ und das ganz ohne Schmerzen (mit Ausnahme der letzten Spritze). Insgesamt habe ich mit Ausnahme von leichten Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem Mini-Bauchmuskelkater fast keine Nebenwirkungen gehabt. Also nichts, was man nicht mit den reichlich zur Verfügung gestellten Ibuprofen (400) in den Griff bekommen hat.

Stammzellenspende

Der Tag der Spende, 27.08.2018:

Der Wecker ging um 5:30 Uhr, die Sachen waren bereits gepackt und die letzte Spritze vorbereitet. Jetzt ging es also wirklich los – die Stammzellenspende in der Universitätsklinik in Düsseldorf. Aufgrund der zu erwartenden Nebenwirkungen (Abgeschlagenheit, Übelkeit, Kreislaufprobleme etc.) nach der Stammzellenspende hat mich meine Frau gefahren und so konnte ich mich auf dem Beifahrersitz während der ca. 1,5-stündigen Fahrt mental auf die Spende vorbereiten. Es war schon ein ziemlich komisches Gefühl. Auf der einen Seite die gute Tat, einem Menschen in Not zu helfen, auf der anderen Seite ein mulmiges Gefühl bzw. die Ungewissheit, was mich erwartet und wie ich die Spende vertrage.

In Düsseldorf angekommen wurde ich herzlich empfangen und von Beginn an gut umsorgt. Vor Ort waren dieselbe Krankenschwester und Ärztin, die ich schon vom Check-up kannte. Das hat mir tatsächlich geholfen, mich etwas zu entspannen. Im ersten Schritt wurde Blut entnommen, um die aktuelle Konzentration der weißen Blutkörperchen zu bestimmen. Obwohl die Anzahl etwas niedriger als erhofft war, hatte das glücklicherweise keine negativen Auswirkungen auf den Verlauf der Spende (eine niedrige Konzentration von weißen Blutkörperchen kann dazu führen, dass die Spende länger dauert). Im Anschluss an die Blutentnahme wurde ich an die Maschine angeschlossen. Diesen Schritt habe ich mir ziemlich einfach vorgestellt, da ich regelmäßig Blut spende. Aber die Vorbereitung meines linken Arms für den „Ausgang“ des Blutes war doch deutlich schmerzhafter als erwartet.

Nachdem die Maschine angelaufen ist und alles zur Zufriedenheit der Ärzte eingestellt war, konnte ich mich dem gemütlichen Teil der Spende widmen – DVD gucken ;-). Und da ich meine Arme wegen der gelegten Anschlüsse nicht bewegen durfte, wurde ich während des gesamten Vorgangs vorbildlich mit Flüssigkeit und Snacks versorgt. Im Laufe der vierstündigen Spende sind ca. 20 Liter Blut durch die Maschine gelaufen. Das bedeutet, dass mein gesamtes Blut fünfmal aus mir raus und wieder in mich hineingelaufen ist. Das fand ich schon sehr beeindruckend, zumal man kaum etwas davon gemerkt hat. Und obwohl die Konzentration der weißen Blutkörperchen nicht optimal war, konnte die benötigte Menge Stammzellen in den vier Stunden extrahiert werden.

Gegen Ende der Prozedur habe ich dann auch die ersten Nebenwirkungen zu spüren bekommen. Mir wurde immer kälter (deshalb die Decke bei ca. 30 Grad Außentemperatur) und meine Beine sind nach 3,5 Stunden eingeschlafen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste, war, wie anstrengend das Ganze für meinen Körper war. Das ist mir erst bewusst geworden, als ich von der Maschine abgekoppelt wurde und mich wieder frei bewegen durfte. Sobald ich die ersten Schritte gemacht habe, habe ich gemerkt, wie weich meine Knie waren und wie erschöpft ich eigentlich war. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass ich den Rest des Tages sowie den Folgetag quasi im Bett oder auf der Couch verbracht habe.

Um erfahren zu können, ob die Spende dem Empfänger tatsächlich geholfen hat, habe ich zum Abschluss noch eine Einwilligungserklärung unterschrieben. Durch diese werde ich nach Ablauf von drei Monaten über den Zustand des Empfängers informiert. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass ein (zunächst anonymisierter) Austausch zwischen dem Spender und Empfänger ermöglicht wird. Der Weitergabe der Kontaktdaten kann aber ebenfalls zugestimmt werden (was ich auch gemacht habe). Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass man für 2 Jahre für den Empfänger als Spender „reserviert“ wird. Das bedeutet, dass man in dieser Zeit nicht für Spenden für andere Patienten in Betracht kommt.


Fazit:

Alles in allem ist es ein sehr gutes Gefühl, einem Menschen in Not geholfen zu haben. Und wenn man den gesamten Aufwand mal zusammenrechnet, komme ich auf (vernachlässigbare)

  • zwei Tage „Arbeitsausfall“ (1x Check-up, 1x Spende)
  • drei Tage mit Einschränkungen aufgrund der Nebenwirkungen der Spritzen und
  • einen Tag Abgeschlagenheit im Anschluss an die Spende.

Bezüglich des Arbeitsausfalls möchte ich an dieser Stelle anmerken, wie unkompliziert das in der viadee und auch beim Kunden gelaufen ist. Darüber hinaus hat die viadee mir für den Tag des Check-ups einen Tag Sonderurlaub eingeräumt und die Kosten für meinen „Ausfall“ direkt an den Förderverein der Knochenmarkspenderzentrale (http://www.star-ev.de/) zur Finanzierung von weiteren Typisierungen (ca. 40 € pro Typisierung) gespendet. Diesem tollen Beispiel habe ich mich angeschlossen und meine Reisekosten sowie Verpflegungspauschalen für die beiden Tage in Höhe von ca. 220 € ebenfalls gespendet.

Wie man sehen kann, ist der gesamte Vorgang gar nicht so „angsteinflößend“, wie man vielleicht im ersten Moment denkt. Von daher kann ich nur empfehlen, dass sich jeder bei einer der zahlreichen Knochenmarkspenderregister (z. B. DKMS oder KMSZ) typisieren und registrieren lässt. Bei der Typisierung ist nichts weiter als ein Abstrich der Mundinnenhöhle (mit einem Wattestäbchen) notwendig und kann problemlos zu Hause gemacht werden.

 


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Sven Woltering

Sven Woltering

Sven Woltering ist als Business Analyst bei der viadee Unternehmensberatung tätig. In Kundenprojekten ist er zudem als Projekt- oder Teilprojektleiter aktiv. Als Hobbybrauer beschäftigt er sich in seiner Freizeit mit dem Brauen leckerer, obergäriger Gerstenmalzspezialitäten.