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Wie viel Entscheidungsfreiheit darf es sein?

09.07.19 21:43

Selbstorganisierte Teams, agilere Arbeitsweisen, kurze Entscheidungswege … allesamt Bewegungen und Trends, die in der Regel auch eine Sortierung von Entscheidungsbefugnissen mit sich bringen.

Grund dafür ist, dass in einem komplexen Aufgabenfeld Team-Entscheidungen oft zu besseren Ergebnissen als Top-Down-Entscheidungen führen, da man die gemeinsame Kompetenz der Gruppe nutzt. Doch welche Entscheidungen möchte man als Führungskraft an die Teams delegieren und welche Entscheidungsverantwortung möchten Teams überhaupt haben?

Wieviel Entscheidungsverantwortung darf es sein?

Wie sieht es in Ihrem Team oder Ihrer Abteilung aus? Haben Sie bereits darüber nachgedacht, ob Teams selbst ihre Werkzeuge wählen oder an Produktentscheidungen beteiligt werden sollen? Wünschen sich Ihre Teammitglieder über Neueinstellungen entscheiden zu dürfen? Und gilt dieser Wunsch dann auch für unangenehme Entlassungen?

Wie findet man nun heraus, welche Entscheidungen im Team und welche bei einer Führungskraft liegen sollen? Entscheidungspoker ist eine spielerische Möglichkeit, gemeinsam Transparenz über Verantwortlichkeiten und Handlungsspielräume zu schaffen. Entscheidungspoker basiert auf dem Spiel "Delegation Poker" aus Jurgen Appelos Management 3.0.

 

7 Level der Entscheidungsdelegation

Die Delegation von Entscheidungen ist nicht schwarz-weiß, sondern bietet diverse Abstufungen, je nachdem wer die Entscheidung trifft und wann und wie die jeweils andere Seite einbezogen wird. Entscheidungspoker unterscheidet sieben Delegationslevel aus Sicht der Führungskraft:

  1. Verkünden
    Ich informiere euch über meine Entscheidung.
  2. Verkaufen
    Ich entscheide und erläutere euch meine Gründe.
  3. Befragen
    Ich hole mir vor meiner Entscheidung euren Rat.
  4. Einigen
    Wir treffen die Entscheidung gemeinsam.
  5. Beraten
    Ich biete meinen Rat an, aber ihr entscheidet.
  6. Erkundigen
    Ich erkundige mich nach eurer Entscheidung.
  7. Delegieren
    Ihr trefft die Entscheidung und müsst mich nicht informieren.

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Level 1 bis 3 sind Varianten der Entscheidung durch die Führungskraft, Level 4 verlangt eine Einigung und Level 5 bis 7 sind Varianten der Entscheidung durch das Team. Welches dieser Level das Richtige ist, ist stets abhängig von der Situation inklusive der vorherrschenden Rahmenbedigungen und den Individuen, die eine Entscheidung benötigen.

 

Spielerisch zu mehr Transparenz

Entscheidungspoker schafft Transparenz über Verantwortlichkeiten und Handlungsspielräume für ausgewählte Entscheidungssituationen. Es regt die Diskussion zwischen Führungskraft und Team an, um gemeinsam herauszufinden, wieviel Entscheidungsbefugnis wirklich im Team liegen sollte. Dabei einigen sich alle Teilnehmer auf das angemessene Level der Delegation für eine bestimmte Entscheidungssituation. Allerdings hat die Führungskraft als Entscheidungsgeber das letzte Wort in Bezug auf die Menge an Verantwortung, die sie oder er bereit ist, abzugeben.

 

Entscheidungspoker kurz und knapp

Der Spielablauf von Entscheidungspoker ist denkbar einfach:

  1. Alle Teilnehmenden bekommen einen Satz mit sieben unterschiedlichen Karten, eine für jede Delegationsstufe.
  2. Die Entscheidungssituation, für die das Level der Delegation geklärt werden soll wird kurz vorgestellt.
  3. Alle Teilnehmenden entscheiden sich für die aus ihrer Sicht angemessene Stufe der Delegation und legen die entsprechende Karte verdeckt auf den Tisch.
  4. Die Karten werden aufgedeckt und verglichen.

Stimmen die Werte nicht überein, werden Argumente zwischen den Teilnehmenden ausgetauscht. Eventuell wird eine weitere Runde gespielt.

Pokerrunde2-1

Gemeinsam lernen und Referenzen schaffen

Entscheidungspoker hilft nicht nur, konkrete Situationen und Entscheidungsbedarfe gemeinsam zu klären, sondern auch, sich als Team inklusive Führungskraft insgesamt weiterzuentwickeln. Dazu sollten die vereinbarten Ergebnisse der Pokerrunden festgehalten werden. Zum einen entsteht hierdurch eine Referenz, die zukünftige Entscheidungen direkt ohne Klärung ermöglicht. Zum anderen bietet dies die Möglichkeit, das Ergebnis in regelmäßigen Abständen zu hinterfragen und bei Bedarf die Entscheidungsprozesse gemeinsam weiterzuentwickeln. Eine solche Referenz kann gut in Form eines Delegation Boards visualisiert werden. Ein Delegation Board listet die diskutierten Entscheidungssituationen auf und hält fest, für welches Delegationslevel man sich entschieden hat.

Delegation Board-1

Bereit für Runde eins?

Wenn Sie mehr über Entscheidungspoker und die zugrundeliegenden Konzepte erfahren möchten, nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf. Wir teilen jederzeit gerne unsere Erfahrungen rund um agile Führung, Organisationsentwicklung und Team-Dynamiken.

Wenn Sie gerne ein viadee Entscheidungspoker Kartenset kostenlos bestellen möchten, dann führt Sie der folgende Button zum Bestellformular:

zur Entscheidungspoker  Bestellung

Wenn Sie mehr zu selbstorganisierten Teams lesen möchten, dann haben wir noch folgende zwei Empfehlungen für Sie:

Selbstführung als Bestandteil agiler Führung
Blogserie Selbstorganisierte Teams (Teil 1 und Teil 2)


Nicole NeunhöfferNicole Neunhöffer ist PMI-zertifizierte Projektmanagerin sowie Scrum Master und Product Owner. Im Kompetenzbereich Agile Methoden interessiert sie sich besonders für die Skalierung von Scrum.

 

benjamin-klatt-viadeeDr. Benjamin Klatt ist Senior-Berater bei der viadee IT-Unternehmensberatung. Seine Schwerpunkte liegen in der Prozessautomatisierung, Integrationsarchitekturen und agilen Arbeitsweisen und Transformationen.


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Benjamin Klatt

Benjamin Klatt

Dr. Benjamin Klatt ist Senior-Berater bei der viadee IT-Unternehmensberatung. Seine Schwerpunkte liegen in der Prozessautomatisierung, Integrationsarchitekturen und agilen Arbeitsweisen und Transformationen.