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Digitalisierung in der Unfallrekonstruktion

Montag, 28.9.2020

Durchgängige Fallbearbeitung im Browser: innerhalb eines Jahres ist für die Accidenta eine moderne Plattform entstanden, die den kompletten Dienstleistungsprozess von der Beauftragung durch eine Versicherung bis hin zur Report-Erstellung durchgängig abbildet.

Accidenta – Schadenregulierung leicht gemacht

Accidenta ist ein junges und innovatives Unternehmen mit Sitz in Münster, das 2010 gegründet wurde. Der Ursprung des Unternehmens liegt in jahrzehntelangen Erfahrungen im Bereich der gerichtlichen Unfallrekonstruktion. Durch die enge Zusammenarbeit mit den Netzwerkpartnern Accidenta Law Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, crashtestservice.com GmbH und dem Verkehrsunfallforschungsinstitut an der Technischen Universität Dresden ist die Accidenta in der Lage, Versicherungen effektive und effiziente Lösungen zur Optimierung ihrer Prozesse anbieten zu können.

Zu den Leistungen gehören der Unfall-Ablauf-Report sowie verschiedene Gutachten, mit denen die Kunden in kürzester Zeit Antworten auf alle regulierungsrelevanten Fragestellungen durch die technische, medizinische und juristische Analyse des Unfallgeschehens erhalten.

Neue Anwendung für Reports und Gutachten

 

NEUE ANWENDUNG FÜR REPORTS UND GUTACHTEN

Die meist beauftragte Leistung ist das interdisziplinäre Schnellgutachten, auch „Accidenta-Report“ genannt. Nach Upload und Prüfung der Auftragsmaterialien steht der Report i. d. R. binnen 24 Stunden zum Festpreis zur Verfügung. Zur Erstellung der Reports war bislang eine selbst erstellte Anwendung im Einsatz – der „Accident Reconstruction Manager“ (ARM) mit der angebundenen CAD-Software DesignCAD.

Um das weitere Wachstum der Firma zu unterstützen, sollte das bestehende System durch eine neue, zukunftssichere, skalierbare und performante Anwendung abgelöst werden – den ARM 2.0. Eines der wichtigsten Ziele war es, dass Anwender einen Fall durchgängig in einer einzelnen Anwendung bearbeiten und abschließen können.

ZEICHENFUNKTIONALITÄT IM BROWSER

Gleichzeitig sollten Voraussetzungen geschaffen werden, um die Unfallrekonstruktion als Teilprozess in eine automatisierte Prozesskette mit einzubinden. Für eine optimale Skalierbarkeit und die besten Möglichkeiten zur Integration mit Kunden und anderen Beteiligten fiel die Wahl auf eine Webanwendung. Die viadee wurde mit der Erstellung des ARM 2.0 auf Basis der bewährten Architektur in der Software-Schmiede beauftragt.

Die größte technische Herausforderung war die Umsetzung der benötigten CAD-Funktionalität im Browser. In der Evaluierungsphase haben unsere Software-Architekten dafür das Framework fabric.js ausgewählt. Im Laufe des Projektes wurde die Basis um viele erweiterte Funktionalitäten wie Weg-Zeit Diagramme, die Nachstellung von Kurvenfahrten, eine Bearbeitungshistorie sowie den Umgang mit umfangreichen Fahrzeugskizzen ergänzt.

integrierte Unfallrekonstruktion

 

Gemeinsame Umsetzung

In einer iterativen Entwicklung wurde die Lösung schrittweise gemeinsam erarbeitet. Mit dem Fachwissen der Accidenta-Mitarbeiter und der Umsetzungskompetenz der viadee-Berater haben wir eine Lösung erstellt, die genau auf die Bedürfnisse von Accidenta zugeschnitten ist.

Bereits nach wenigen Iterationen haben wir festgestellt, dass wir mit der neuen Anwendung die Kernanforderungen erfüllen konnten: Durchgängige Bearbeitung von Schadenfällen, von der Beauftragung, Auftragsannahme, Prüfung und Berichterstellung bis hin zu Freigabe, Abschluss und Rechnungserstellung – alles im Browser.

Dr. rer. nat. Gerrit Reglitz„Mit ARM 2.0 steht uns eine moderne Plattform zur Verfügung, auf der wir unseren kompletten Dienstleistungsprozess von der Beauftragung bis hin zur Report-Erstellung durchgängig abbilden können. Das bietet uns Potenzial für zukünftiges Wachstum."

Dr. rer. nat. Gerrit Reglitz
Geschäftsführer Accidenta GmbH

 

Im Projektverlauf gab es vereinzelte Überraschungen bei der benötigten CAD-Funktionalität. Manche Features wurden nicht von Anfang an ausdrücklich besprochen, waren jedoch für die Anwender von hoher Bedeutung. Hierzu gehört beispielsweise die farbliche Hervorhebung mehrerer markierter Elemente.

In solchen Fällen ist es uns gelungen, partnerschaftliche Lösungen zu finden. Durch das „exchange for free“-Prinzip war es stets möglich, hoch priorisierte Anforderungen vorzuziehen und dafür niedrig priorisierte Anforderungen hintenanzustellen.

Die treibende Kraft für eine solche Optimierung ist das Feedback der Anwender. In unserem Projekt haben Accidenta-Mitarbeiter reale Fälle parallel mit dem bisherigen und neuen System bearbeitet und daraus Erkenntnisse zu Funktionalität und Feedback gewonnen.

Diese Kommunikation hat auch auf Managementebene stattgefunden. Zur Beauftragung und Kommunikation nutzen die meisten Kunden der Accidenta das Kundenportal. Als Mehrwert für die Auftraggeber wurde diese Komponente zum Accidenta-Seminar ein halbes Jahr vorab produktiv gestellt. Über eine Weiche können die Fälle zwischen dem bisherigen ARM und dem neuen ARM 2.0 aufgeteilt werden.

Auch die Gestaltung der Reports wurde als relevantes Qualitätsmerkmal eingestuft. Hier konnten wir durch die Verwendung von LaTeX und die Optimierung der Bilder die Berichte an die Kunden hochwertig gestalten. Im Ergebnis erhalten die Auftraggeber einen professionellen Bericht mit hoch belastbaren Ergebnissen.

 

Ausblick

Zusätzlich haben wir im Projekt die Weichen für die Zukunft gestellt:

Durch die Verwendung vorformulierter Fragen bei Auftragserteilung und die Strukturierung möglicher Antworten wird eine automatisierte Weiterverarbeitung vereinfacht. Ein Beispiel für eine solche Frage-Antwort-Kombination ist:

  • Frage: „Stand das Fahrzeug des Anspruchstellers zum Kollisionszeitpunkt?“
  • Antwort: „Aus der vorliegenden Analyse des Unfallgeschehens folgt, dass das Fahrzeug des Anspruchstellers zum Kollisionszeitpunkt in Bewegung war“.

Die Analyse des Unfalls wird selbstverständlich weiterhin für jeden Fall individuell durchgeführt.

Durch die Verwendung standardisierter Schnittstellen ist die Weiterverarbeitung in (teil-)automatisierten Prozessen beim Auftraggeber bereits vorbereitet.

 

Zahlen, daten und fakten

Organisation

Individuelle Softwareentwicklung im Scrum-Projekt mit einem interdisziplinären Team aus Mitarbeitern von Accidenta und der viadee. Der Projektumfang umfasst ca. 600 PT und die Projektdauer 1 Jahr.


Technologien/Tools

Für dieses Projekt wurden eine bewährte Architektur und Tools für Webanwendungen verwendet. Einerseits führt dies zu einem Effizienzvorteil in der Entwicklung und andererseits ermöglicht es die Wartung mehrerer Anwendungen auf der gleichen technologischen Basis mit einem gemeinsamen Team. Eine individuelle Komponente in diesem Projekt ist das fabric.js Framework für den Zeicheneditor.

  • Backend: Java / Spring Boot
  • Frontend: Typescript / Angular
  • Datenhaltung: MongoDB
  • Messaging: RabbitMQ
  • Berichtserstellung: LaTeX

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Maarten de Klerk

Maarten de Klerk

Maarten de Klerk ist Key Account Manager bei der viadee IT-Unternehmensberatung. Der Ingenieur ist passionierter Kletterer und verbringt seine Freizeit gerne an senkrechten Wänden aus Fels oder Eis.

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